man hat mich angesprochen (Markus73), auch hier im Forum mal meinen Vliesfiltereigenbau vorzustellen.
Der Vlieser läuft jetzt seit 08/2010 ohne Probleme durch.
So, nun mal von Anfang an:
Das ganze Projekt war durch Zufall entstanden. Ich surfte im Web uns schaute mir dies und das an, irgendwann stiess ich auf Vliesfilter.
Als ich die Preise sah, sagte ich zu meiner Frau: Das baue ich für unter 600€ selber, da ist doch keine Zauberei dran ...
Aus dieser fixen Idee wurde über Nacht eine Zeichnung, am nächsten Tag wurden Teile (Vorwiegend Normteile) bestellt, und im laufe der nächsten Woche gaben sich die Paketboten die Klinke in die Hand.
Ich verschwand 2 halbe Tage in meiner Werkstatt und raus kam:

Die ersten Testläufe wurden noch mit sehr dünnen und glatten Vlies auf 200m Rollen gemacht. Ich bekam noch eine Proble von vernadelten Vlies, welches rauer und dicker war, dieses baute einen wesentlich besseren Filterkuchen auf.
Hier kann man die unterschiedlichen Vliese sehen: 1. Bild dünn und glatt, 2. vernadeltes Vlies


der Filterkuchenaufbau spricht wohl für sich:

Macro vom vernadelten Vlies:

Hier sieht man Waserproben VOR und NACH dem Vlieser:

Erstaunt war ich das ein Vliesfilter selbst gelösten Lehm aus dem Wasser holen kann.
Bei meinen Versuchen löste ich lehmige Gartenerde in dem Filter auf und schaute was nach dem Filter rauskam... sauberes Wasser

Dieser Filter hat einige Besonderheiten:
Er hat keine Führungswinkel für das Band, was man bei einigen Kaufversionen als ungenutzte Streifen von 1cm breite am Vliesrand sieht.
Er hat beide Achsen angetrieben.
Alle beweglichen Teile sind Kugelgelagert.
Es ist nichts verklebt oder abgedichtet, nur sauber und genau gearbietet und verschraubt !
Punkt 1. bedingt natürlich das man sehr genau arbeitet, so entsteht am Rand des Bandes zum Filter nur ein Spalt von 1-3 zentel Millimeter, dieser wird durch das Vlies sofort wieder verschlossen.
Mit Glück bekommt man rechts und links bei dem Band noch ein Blatt Papier durch.

Die Wasser höhe auf dem Vlies ist bei ca. 33 cm, viel höher könnte negative Folgen auf die Filterung haben und zum "Durchbruch" des Filterkuchens führen. Zu niedriger Wasserstand würde das Wasser nicht durch den Filterkuchen "pressen" und nur leicht verschmutztes Vlies abtransportieren.

Einen Dichtheitstest habe ich ebenfalls dokumentiert.
Die Pumpe wird abgeschatet und das Wassereintrittsloch zugehalten.
Ergebniss: 3Minuten 17 Sekunden bis Filter leer.
Auch zeigt das Fließbild des Wassers, das das Wasser durch das Vlies kommt und nicht seitlich vorbei fließt.

Nun noch einige Bilder vom Bau:
Die vorgebohrten Seitenplatten:

2,2m Modulband:

Der Getriebemotor mit Aufnahmeplatte und Ausfräsung für das Kugellager:

Nach dem Probelauf - einbau der Wasserleitplatten:

Kettenantrieb der 2. Antriebswelle mit Kettenspanner und Schlauchanschlussstutzen:

Antriebsseite:

von Oben:

Teichboden in 60cm tiefe. Da kann man jetzt die Sandkörner zählen


Die Teileliste:
2 Stk PE-300 HD Platten 1000*500*20
1 Stk PE-300 HD Platte 1000*500*10
2 Skt Rundmaterial V2A 600*20
4 Stk Rohr 18*1,5 V2A 500mm
4 Stk Kugellager 6004-2RSH-SKF
2m Rollenkette ähnlich DIN 8187 ISO 05 B-1 Teilung 8 vernickelt
2 Stk Kettenrad KRK mit einseitiger Nabe 05B-1 Tlg. 8mm 19 Zähne Mat.Azetalharz
1 Stk Kettenspannrad KSP 05 B-1 Teilung 8mm 23 Zähne mit Kugellager
6 Stk Zahnrad Z6 TK45 Bohrung rund 20mm
2 Stk Gewindestange M10 V2A
2 Stk Gewindestange M8 V2A
1 Stk Scheibenwischermotor Golf 4,Boro etc 40W
2,2m Modulband Skanbelt 25-400
1 Stk Schwimmschalter
1 Stk kompakt Trafo 12VDC 5A für Hutschienenmontage
1 Stk Verteilerdose groß IP44
Div. Schrauben, Scheiben,Federringe und Muttern V2A
Der Vlieser läuft im Winter mit 2m³, im Sommer mit 8-9m³ durch.
So, ich denke das wäre es ersteinmal.
Für Freunde des nachbaus, per PN Anfrage verschicke ich gerne meine Konstruktionszeichnung.
Axel




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